Klimakur

Sonstige Behandlungen

Klimakur

Klimakur

Definition
Bei einer Klimakur werden zu Heilzwecken die Klimate eines Ortes genutzt. Eine heilklimatische Wirkung ist abhängig von der Reinheit, Feuchtigkeit, Bewegung und Erwärmung der Luft, der Stärke und Dauer der Sonneneinstrahlung, den Wetter- und Witterungseinflüssen, sowie der Jahreszeit.

Methode
In Europa eignen sich drei klimatische Zonen für die therapeutische Nutzung:
  • Hochgebirge
  • Mittelgebirge, Wald- und Hügellandschaften
  • Küsten
Da bei einem Aufenthalt im Hochgebirge bei relativ niedrigen Temperaturen die Sonneneinstrahlung stärker ist als in der Ebene, kann hier eine Sonnenlichttherapie (Heliotherapie) besonders gut durchgeführt werden. Aufenthalt im Hochgebirge ist bei allergischem Asthma sinnvoll, da es keine Pollen gibt und sich die gute Luftqualität günstig auf die Atmungsorgane auswirken kann. Da der Sauerstoffgehalt der Luft geringer ist, wird die Atmung verbessert und kann sich in Verbindung mit der guten Luftqualität günstig auf die Atmungsorgane auswirken. Deshalb gibt es in diesen Gegenden u.a. auch eine Reihe von Lungensanatorien.
Eine Hochgebirgskur eignet sich auch bei Herz-Kreislauferkrankungen und Hauterkrankungen.

Das Kurklima im Mittelgebirge, Wald- und Hügellandschaften zeichnet sich durch ein reizarmes, mildes Klima aus und eignet sich zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge, der Rehabilitation nach schweren Krankheiten, bei Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und rheumatischen Erkrankungen.

An der Küste macht die meersalzhaltige und reine Luft das Heilklima aus. Außerdem wird durch das Meer die Intensität der Sonneneinstrahlung verstärkt  Ein Kuraufenthalt an der Küste erlaubt, Klimatherapie und Balneotherapie zu verbinden. Ein Kuraufenthalt am Meer ist geeignet bei chronischen Schleimhautentzündungen, Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Hautkrankheiten.

Die Heilwirkung der Nordsee rührt nicht nur vom Wetter, sondern auch vom Watt her. Der Wattboden enthält Jod und andere lebenswichtige Mineralstoffe. Bei Ebbe streicht der pollenfreie Seewind über diese Flächen und trägt die gesundheitlich wertvollen Substanzen ans Festland. Hinzu kommt, dass die Nordsee einen hohen Wellengang hat. Dadurch entsteht eine starke Brandung und mehr entzündungshemmende Salzwasserpartikel - Aerosole - (Salzpartikel, Spurenelemente wie Magnesium, natürliche Antibiotika von Meeresorganismen gebildet) gelangen in die Atemwege der Patienten und sorgen dort für Linderung der Beschwerden.

An der Ostsee sind die Klimareize vermindert und erlauben eine langsamere Eingewöhnung und eine behutsamere Umstellung des Organismus. Die maximalen und minimalen Lufttemperaturen differieren weniger als an der Nordsee. Auch die anderen Reizklimafaktoren treten an der Ostsee abgeschwächt auf. So ist der Anteil an maritimem Aerosol in der Luft an der Ostsee deutlich geringer, da der Salzgehalt des Meeres bei nur etwa 12 g/l liegt. (Vergleich Nordsee: ca. 32g/l).

Eine weitere klimatische Besonderheit liegt im speziellen Waldklima. Im Wald, wo es am Tag kühler und in der Nacht wärmer ist als in waldlosen Gebieten, ist die Temperatur ausgeglichener. Der Wald sorgt für eine kühle, saubere Luft und bietet darüber hinaus einen geeigneten Windschutz.



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