Altchristliche Grabkammern von Pécs (Sopianae)

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Altchristliche Grabkammern von Pécs (Sopianae)

Altchristliche Grabkammern von Pécs (Sopianae)

Altchristliche Grabkammern von Pécs (Sopianae)

Das Klima, die Flora und die winkligen Straßen der im Süden Ungarns, am Fuße des Mecsek Gebirges liegenden Stadt Pécs vermitteln beinahe eine mediterrane Stimmung. Mit ihrem reichen Kultur- und Kunstleben, Theatern, Museen, Festivals gehört sie nicht nur in der Umgebung, sondern auch in ganz Ungarn zu den bedeutendsten kulturellen Zentren. Die Stadt wurde Anfang des II. Jahrhunderts nach Christus von den Römern gegründet. Im IV. Jahrhundert war Sopianae ein blühender Provinzsitz und ein bedeutendes Zentrum des frühen Christentums. Stephan der Heilige, der erste ungarische König gründete hier 1009 ein Bistum und 1367 nahm die erste Universität Ungarns ihre Tätigkeit in dieser Stadt auf. Die architektonischen Denkmäler der 150 Jahre währenden türkischen Besetzung, die Moscheen, das türkische Bad und das Grabdenkmal von Idris Baba können auch heute noch besichtigt werden.

Usere römischen Vorgänger bauten im IV. Jahrhundert .Ch. im Friedhof des altertümlichen Sopianaes einfache Kirchen, Kapellen, ein Mausoleum und darunter eine Grabkammer. Die Archäologen fanden während der nunmehr seit über 200 Jahren andauernden archäologischen Enthüllungen um die Friedhofsgebäude herum mehrere hundert reiche Gräber. Den Friedhof von Sopianae hält man aufgrund der mit christlichen Symbolen geschmückten Gegenstände der hier gefundenen Gräber und der biblischen Fresken an den Gebäuden für einen altchristlichen Friedhof. Hier sind die mit Wandgemälden verzierten Friedhofsgebäude in der größten Anzahl erhalten geblieben, deshalb ist dieser altchristliche Gebäudekomplex aus der Sicht der Menschheitsgeschichte ein großartiges kulturelles Denkmalsensemble nicht nur für Ungarn, sondern auch für ganz Europa.

Altchristliches Mausoleum
Unter der großen Kapelle befindet sich eine Grabkammer. Zwischen dem Cubiculum (Grabkammer) mit bemalter Wandfläche und der Kapellenebene gab es keine direkte bauliche Verbindung, beide konnten (und können auch heute) durch gesonderte Eingänge erreicht werden. Die nördlichen und östlichen Mauern der Grabkammer sind mit biblischen Fresken verziert: Adam und Eva mit dem Baum und der Schlange im Paradies, und der Prophet Daniel in der Löwengrube. An der östlichen Wandfläche sieht man einen Bruchteil des Christus Monogrammes und die Darstellung einer sitzenden Figur im weißen Kleid. Vor der südlichen Seitenwand steht der aus weißem Marmor gemeißelte Sarkophag aus dem III. Jahrhundert. Die Wandflächen zwischen den figürlichen Darstellungen wurden mit einer marmorähnlichen Bemalung, einem Pflanzenmuster, gestaltet.

Grabkammer Nr. I. (Peter Paul)
Die gesamte innere Wandfläche der unversehrt gebliebenen Grabkammer des zweigeschossigen Tonnengewölbegebäudes ist mit Fresken bedeckt. An der Wand gegenüber dem Eingang zeigen die Apostel Peter und Paul auf das Christus- Monogramm, das die Anwesenheit von Jesus symbolisiert. Die Seitenwände erzählen die Geschichten von Adam und Eva, Noah, den drei Königen, Jonas, der Jungfrau Maria und dem Jesuskind. An dem mit reicher Pflanzen- und Tierornamentik (Tauben, Pfaue) verzierten Gewölbe sieht man auch vier Portraits – vielleicht die Portraits der hier begrabenen Personen – im rundlichen Rahmen. Die Grabkammer und die in der Nähe gefundenen beiden kleineren Bauwerke mit unbemalter Wand können nach der Beendigung der Wiederherstellungsund Restaurationsarbeiten bald wieder besichtigt werden.

Grabkammer Nr. II. (mit Krug)
Über der unterirdischen, bemalten, ursprünglich als Tonnengewölbe erbauten Grabkammer befindet sich eine Kapelle. In der Grabkammer gab es zwei Gräber, wovon eines ein besonderes Grab mit einem Doppelboden war. Die reiche Verzierung der Wände in geometrischer Form und in Form von Pflanzen erinnert an den Garten Eden. Die Krug- und Glasdarstellung der kleinen Nische in der nördlichen Kammerwand, von der die Grabkammer den Namen erhielt, symbolisiert das Altarsakrament.

Altchristliche Friedhofskapelle in der Apáca Straße
Das nord-südlich ausgerichtete Bauwerk wird im Norden mit einer Apsis abgeschlossen. In der Apsis wurde um 390 n.Ch. eine Sitzbank errichtet, außerdem wurde eine Altartafel angebracht. Im Innenraum wurden unter dem Bodenniveau vier Gräber gefunden. Die Friedhofskapelle unterscheidet sich von den anderen Friedhofsgebäuden Sopianaes insoweit, dass die christlichen Einwohner der Stadt hier in unterirdischen Gräbern und nicht in Grabkammern begraben wurden.


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