Spuren von Siedlungen aus der Steinzeit
wurden gefunden. Menschen wohnten an beiden Seiten der Donau, wo
Budapest heute liegt, wurden Urnen aus dem zweiten Jahrhundert v.Chr.
der Bronzezeit auch entdeckt. Im sechsten Jahrhundert v. Chr. haben sich
Skythen vom Schwarzen Meer hier angesiedelt und es gab Spuren dafür,
dass keltisch-illyrische Stämme dieses Gebiet in den vierten/dritten
Jahrhunderten v.Chr. bewohnten.
Ein wichtiger Moment in der
Entwicklung der Stadt war der Bau einer römischen Festung im heutigen
Óbuda. Dieser römische Stützpunk hieß Aquincum, es war in zivilen und
militärischen Bezirken aufgeteilt und galt als Hauptstadt der Provinz
Pannonia. Die Blütezeit der Stadt war in der zweiten Hälfte des zweiten
Jahrhunderts v.Chr.
Im fünten Jahrhundert n.Chr. fegten die
Hunnen über das Land und König Attila gründete ein neues grosses
Königreich im heutigen Ungarn. Zwischen den sechtsten und neunten
Jahrhunderten niederließen sich die Avaren im Gebiet, wo heute Budapest
liegt. Um etwa 896 siedelten die Magyaren mit der Führung von Prinz
Árpád im Gebiet der heutigen Óbuda. Später wanderten sie weiter in die
Bergen nach Westen, um die Vorteile ihrer grösseren Beschützung
ausnutzen zu können.
Um 1000 gründete Stefan I. König von Ungarn
eine feudalische Staat nach dem mitteleuropäischen Modell und führte
das Christentum ein. Ein Paar Jahre später siedelten Kaufleute aus
Mittel- und West-Europa in Buda und Pest an und sie halfen bei der
raschen Entwicklung der Stadt. Zwischen 1241 und 1242 erstürmten die
Mongolen die beiden Städten der Donau, Buda und Pest. Ein Paar Jahre
später wurden die Bauarbeiten der Budaer Burg verordnet von König Béla
IV. beeendet. 1347 zog der königliche Hof wieder nach Buda, als der Bau
der Festung zum Palast im zeitgenössischen gotischen Stil begann. Von da
an wurde Buda eine königliche Stadt, Pest entwickelte sich zu einem
erfolgreichen Handelszentrum. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts
erweiterte Matthias Corvinus den königlichen Palast und Buda zusammen
mit Visegrád wurde das Zentrum der Renaissance-Kultur.
1526 nach
dem Gewinn bei Mohács besetzten die Türken Buda und Pest. In der Zeit
von Süleyman I. (der Prächtige) wurden viele Kirchen zu Moscheen
umgebaut, schöne Badehäuser wurden erbaut und die Verteidigungsanlagen
wurden modernisiert. Buda wurde der Sitz des Grossvezirs.
Es war schon 1686, als Karl von
Lothringen Óbuda, Buda und Pest fürs Haus der Habsburger rückerobern
konnte. Während der Regierung von Kaiserin Maria Theresia wurden
verschiedene Maßnahmen genommen, die zu einem wirtschaftlichen
Aufschwung in Buda und Pest führten. 1777 wurde Buda eine
Universitätstadt, aber ein Paar Jahre später verlor es diesen Titel
gegen Pest. Die linke Seite der Donau wurde bald das intelektuelle und
politische Zentrum des Landes. Zwischen 1848 und 1849 fand eine
Revolution von den liberalen Adligen statt.
Die Kettenbrücke wurde 1849
eröffnet, um die Vereinigung Óbuda, Buda und Pest beschleunigen zu
können. 1867 wurden Kaiser Franz Josef I. und Kaiserin Elisabeth (Sissi)
in der Matthias Kirche gekrönt. Die Österreich-Ungarische Monarchie der
Donau wurde zum Leben gebracht. Das Jahr 1872 ist ein wichtiger
Markstein in der Geschichte von Budapest, weil die drei getrennte
Siedlungen von Pest, Buda und Óbuda derzeit vereinigt wurden. Eine
grosse Stadt mit mehr als 150 000 Einwohner ist geboren. Budapest wurde
offiziell die Hauptstadt von Ungarn und begann rasch zu wachsen. Es war
die Blütezeit der Stadt, die mit der Jahrtausendfeier von 1896
übereinstimmte, als die erste U-Bahn Europas eröffnete wurde. Beim
Ausbruch des ersten Weltkriegs wurden viele namhafte Industriebetriebe
in der Budapester Region gegründet.
Infolge des Krieges erlitt Budapest
schwere wirtschaftliche Rückschläge, die auch in den Jahren zwischen den
beiden Weltkriegen fortsetzten. Gegen Ende des zweiten Weltkriegs
fanden grosse Angriffe gegen Budapest statt, in denen die Stadt - vor
allem das Burgviertel, in der die deutsche Armee verbarrikadiert war -
schwer beschädigt wurde.
Ab 13. Februar 1945 wurde Budapest von
sowjetischen Truppen kontrolliert. Im Herbst von 1956 fanden
Volksaufstände gegen die Regierung statt, die leider von ungarischen und
sowjetischen Truppen abgestellt wurden. Die Innenstadt war vollständig
verwüstet.
In den 60er und 70er Jahren fanden viele
Rekonstruktionen in der Innenstadt statt, wie die Eröffnung der
Elisabeth Brücke, die Erwiterung der U-Bahn Linien, die Renovierung des
alten Stadtzentrums insbesondere im Burgviertel und an den Donauufern,
wo zwei luxuriöse Hotels erbaut wurden. Was danach kam, ist als Gulash
Kommunismus bekannt, der einen Aufschwung im Tourismus verursachte. Die
Zahl der Besucher aus Ost- und West-Europa und den USA erhöhte sich
schnell.
1989 konnten die Ereignisse von 1956 aus neuem Aspekt
betrachtet werden und am 16. Juni huldigten Tausende von Leute dem
ehemaligen Ministerpräsidenten Imre Nagy, der vor 31 Jahren geschändet
und hingerichtet wurde. Diese politischen Veränderungen führten zum
Abriss des Eisernen Vorhangs an der österreich-ungarischen Grenze und
Tausende von Ostdeutschen flohen nach Westdeutschland und anderen
westlichen Ländern.
Heutzutage hat Budapest zwei Millionen
Einwohner und würde mehrmals an jeder Liste der hervorragenden
Erfindungen erscheinen. Die erste U-Bahn des Kontinents wurde hier
erbaut. Viele berühmte Filmer von Hollywood stammen aus dieser Stadt.
Budapest war die Heimatstadt weltberühmter Erfinder wie Kálmán Kandó,
der die elektrische Eisenbahn erfand und János Irinyi, der einer der
früher Entwickler des Streichholzes war. Die zwei berühmteste
Komponisten - Béla Bartók und Zoltán Kodály - lebten in Budapest und der
Nobel Preis Gewinner Imre Kertész ist auch hier geboren.